Späte Rache des 20. Juli 1944

 

 

Guten Tag,

 

bitte löschen Sie diese Mail, wenn Sie nicht Julia Teufels Sohn Harald sind. Und entschuldigen Sie meine Anfrage.

 

Ich habe eine Rezension unter Ihrem Pseudonym Leo Teufel gelesen. Mit diesem Decknamen ging mein Vater 1942 in den Widerstand. Er wurde im Dezember 1944 durch die Gestapo hingerichtet. Ihre Mutter Julia müsste die Halbschwester meines Vaters gewesen sein. Im Nachlass meiner Mutter fand ich einen Brief von Julia - unter ihrem neuen Familiennamen – in dem sie stolz von ihren Sohn Harald berichtet. Ich füge in der Anlage ein gescanntes Abbild des Briefes bei.

 

Ich freue mich auf Ihre Antwort!

 

Hans-Gert

 

 

 

 

Die E-Mail-Adresse endete mit .it, also kam die Mail über einen italienischen Server. Der Brief zeigte eindeutig die Handschrift meiner Mutter. Er enthielt so viel Persönliches, das konnte kein Fremder wissen.

 

Meine Mutter hatte mir nie etwas über einen Halbbruder erzählt, über die Zeit im Dritten Reich wurde kaum gesprochen.

 

Jetzt, 70 Jahre später, sollte mich die Geschichte meiner Familie einholen, die schrecklichen letzten Tage des Hitler Regimes. Weshalb, wozu?

 

Mein Vater, der noch als Student zum Russlandfeldzug eingezogen wurde, gab schon mal Kriegsgeschichten zum Besten. Dass sie vor Leningrad im Schützengraben fast umgekommen wären. Dass sie sich mit Stiefeltritten wachhalten mussten, um nicht zu erfrieren. Landsergeschichten halt.

 

Aber dass Mutter mit jemand aus dem Widerstand verwandt war, das hörte ich zum ersten Mal. Aus alten Fotos wusste ich, dass ihr Bruder Leo bei der SS gewesen sein musste, soviel konnte ich aus der weißen Uniformjacke ablesen. Darüber wurde im Elternhaus nie gesprochen, ich hatte nie danach gefragt. In der Schule wurde das Thema Hitler und Drittes Reich nur gestreift.

 

Weshalb diese Mail jetzt?

 

Also suchte ich in fast vergessenen Fotoalben nach Bildern, die Aufschluss geben könnten. Bei einigen Fotos stand daneben in weißer Schrift auf dem schwarzen Karton, auf dem sie klebten, Namen, Orte, Jahreszahlen.

 

Eines zeigte meine Mutter mit hochgestecktem Haar, elegant übereinandergeschlagenen Beinen und selbstsicherer Geste im Clubsessel eines Zimmers, das nach Ausstattung und Größe auf eine herrschaftliche Villa schließen ließ. Daneben stand, Berlin 1940.

 

Auf der gleichen Seite war ein Hochzeitsbild meiner Eltern, Mai 1943, mein Vater in Uniform der Wehrmacht, Mutter in weißem Kleid mit Brautschleier und Blumenstrauß. Daneben offensichtlich mein Opa Karl und in Paradeuniform der SS ein junger Mann, offensichtlich Leo, denn er und Opa waren Trauzeugen.

 

Auf einem weiteren Bild präsentierten sich drei Frauen, die sich gut zu verstehen schienen. Sie blickten fröhlich, ihre Haltung unternehmungslustig, keck aus dem Bild gerichtet auf die Betrachter. In der Mitte deutlich meine Mutter, die beiden Frauen zur Seite waren mit ihren Vornamen, Marie-Agnes und Herta genannt. Berlin, 1944 stand unter dem Bild. Dabei klebte ein Zettel mit einer verblichenen, handschriftlichen Notiz: Marie im Gefängnis in Königsberg, der Graf in die Prinz-Albrecht-Straße verschleppt. Schrift und Unterschrift waren nicht die meiner Mutter. Als Datum stand 28. August 1944.

 

 

 

Ich überlegte, ob ich die Mail beantworten sollte. Was war der Grund der späten Kontaktaufnahme. Mein Vater kam 1945 unversehrt aus Russland zu Mutter und mir zurück. Ich wuchs im Nachkriegsdeutschland, im Westen, unbelastet und  glücklich auf.

 

Inzwischen waren meine Eltern verstorben, ich selbst hatte gerade mein erstes Altersruhegeld erhalten. Und nun holte mich meine Familiengeschichte ein. Die Eltern konnte ich dazu nicht mehr befragen. Was hatte meine Mutter mir über die Zeit in Berlin vorenthalten, über die 40er Jahre, über ihren angeblichen Halbbruder, Obersturmbannführer der SS, über ihren Bruder Leo und mögliche politische Machenschaften. Über Mitschuld oder Unschuld. Nichts wusste ich und wollte doch gerne mehr erfahren.

 

Also schrieb ich eine Antwort auf diese mysteriöse Mail.

 

Guten Tag,

 

Entschuldigung, dass ich so spät antworte. Ich musste erst recherchieren. Bei meinen Sohn fanden sich im Nachlass seiner Oma noch Bilder von ihr und ihrer Familie um die 40er Jahre.

 

 

 

In der Tat besaß mein Sohn etliches Material, das ich nicht kannte. Vielleicht weil ich zu Lebzeiten meiner Mutter so wenig Interesse zeigte, oder gar, weil sie es mir vorenthalten, mich nicht belästigen wollte?

 

 

 

Einige dieser Fotos habe ich Ihnen in Kopie beigefügt.

 

Vielleicht erkennen Sie den jungen Mann in der SS-Paradeuniform? Der ältere Herr daneben ist mein Opa väterlicherseits, er war damals Trauzeuge.

 

Ich schäme mich, dass ich Ihre Fragen nur sehr bruchstückhaft beantworten kann, dass ich über meine Familie im Hitlerdeutschland fast nichts weiß, mich bisher nicht interessiert habe.

 

Vielleicht können Sie mir Näheres zu Leo Teufel sagen. Wo er gefallen ist, in welcher Beziehung er zu Ihrem Herrn Vater stand.

 

Mit freundlichem Gruß!

 

Harald

 

 

 

Später ärgerte ich mich, dass ich so direkt nach der Beziehung Leos zu Gerts Vater gefragt hatte. Ich malte mir inzwischen tatsächlich die wildesten, die politisch komplexesten Beziehungen aus. Meine Fantasie quälte mich zu immer waghalsigeren Verflechtungen.

 

Ich war deshalb erstaunt, als ich postwendend eine ausführliche Mail, 890 KB und 1,6 MB Anhang Bilder, erhielt. Darin berichtete Gert, dass er mit seiner Schwester im Kinderheim Borntal, in Bad Sachsa, interniert war.

 

Unter dem Stichwort „Kinder des 20. Juli 1944“ wurde ich im Internet fündig. Der Name seines Vaters war gelistet, ebenso sein Vorname und der seiner Schwester, und dass beide von August bis November gefangen gehalten waren. In Sippenhaft, wie es damals hieß, für Familienangehörige der Verräter. Einige überlebten es nicht. Wenn sie keinen Wert als Geiseln hatten, wurden sie verlegt ins Konzentrationslager. Gert und seine Schwester seien nach Ende des Krieges freigekommen. Sie lebten jetzt offensichtlich in Italien, hatten ein kleines Gästehaus, beherbergten gelegentlich Touristen.

 

Auf dem Foto, das er beilegte, saß Gert in einem Rollstuhl. Seine hohe Stirn umrahmte kräftiges, rotbraunes Haar, gefärbt unterstellte ich gleich. Sein Gesichtsausdruck schwierig zu deuten.

 

Er bot an, ihn zu besuchen, ich könnte bei ihnen im Haus übernachten.

 

Schon bei der letzten Mail, beschlich mich ein Gefühl des Unbehagens. Ich bedauerte das Schicksal dieser Familie: Wohlhabender Landadel, hoffte wohl auf ein großdeutsches Reich, hoffte auf politische Geltung und Gestaltungskraft, dann von Hitlers hemmungslosem Machtstreben überrannt, geriet in Distanz zum Schreckensregime, verschrieb sich dem Widerstand. Kurz vor Ende des Krieges der Vater als Verräter hingerichtet, Frau und Kinder weggesperrt und ihres ganzen Besitzes beraubt.

 

Im Gedanken malte ich mir aus, wie sehr einen mit diesem Schicksal wohl zeitlebens die Verzweiflung plagt, dass man Aufklärung zu finden hofft, an Vergeltung denkt, gar Rachegefühle hegt.

 

In meiner Antwortmail, formulierte ich mein Bedauern, dass es mit meiner geplanten Reise nach Italien dieses Jahr doch nichts mehr würde. Ich hätte jetzt öfter geschäftlich in Berlin zu tun, könnte deshalb keine Urlaubspläne schmieden. Vielleicht hatte Gert meine Angst durchschaut.

 

Wochenlang erhielt ich keine Mails mehr. Ich war inzwischen sicher, sein Interesse, den vermeintlichen Cousin kennen zu lernen, war erloschen. Und ich konnte ja nicht viel zur Familienrecherche beitragen.

 

Da kam eine neue E-Mail.

 

Lieber Harald,

 

mein damaliges Elternhaus in Berlin ist letztes Jahr renoviert worden. Ich lege einige Fotos bei. Man kann es besichtigen, es gibt dort gelegentlich öffentliche Veranstaltungen. Nächsten Monat ist so etwas ausgeschrieben. Ich werde nach Berlin kommen. Da Sie ja öfter in Berlin sind, können Sie es sicher einrichten, dass wir uns dort treffen. Ich freue mich auf Ihre Zusage und auf das persönliche Kennenlernen!

 

Herzliche Grüße,

 

Gert

 

 

 

Adresse, Datum und Uhrzeit des Treffens waren in Fettbuchstaben hervorgehoben, ebenso der Hinweis ich komme allein.

 

Es klang nicht nach einer Einladung, eher nach Marschbefehl.

 

 

 

Ich war neugierig. Wollte ich doch mehr über die Zeit meiner Mutter in Berlin erfahren. Über die Gruppe der Verschwörer gegen das Hitlerregime. Wie und wo sie agierte. Welche Rolle der gefallene Bruder meiner Mutter spielte. War er wirklich in Russland gestorben? Wieso wurde sein Name als Deckname verwendet?

 

Aus dem Brief meiner Mutter entnahm ich, dass sie reinen Herzens war, sonst hätte sie ja nicht die Frau des vermeintlichen Halbbruders zu sich nach Hause eingeladen. Das konnte ich aus dem Briefwechsel entnehmen. Die Handschrift meiner Mutter war eindeutig.

 

Warum ging Hans-Gert nicht auf Nachfragen zur Rolle Leos ein? Wusste er mehr?

 

Also würde ich mich mit ihm treffen müssen. Drei Tage gab ich mir Zeit, auf seine Mail zu antworten.

 

Durch die erste Nacht hämmerte der Stechschritt der Waffen-SS Bilder in meinen Schädel, Bilder die ich aus diversen Büchern über das Tausendjährige Reich inzwischen kannte oder mir vorgestellt hatte. Die Erschießungsszenen  von Offizieren, die Rangzeichen von der Uniform gerissen, entlarvt als Verräter an Hitlers Wahnsinnsideen. Die Treffen von Gleichgesinnten in der Absicht, das Reich zu retten, was noch zu retten war, einen gnädigen Waffenstillstand mit den Alliierten zu verhandeln. Konspirative Treffen an geheim gehaltenen Orten, in privaten Häusern, die aussahen, wie die Villa in der Heerstraße.

 

In der zweiten Nacht fand ich kaum Schlaf. Ich sah Leos Gesicht vor mir. In der weißen SS-Uniform, wie auf dem Foto meiner Mutter. Seine Rangabzeichen wiesen ihn als Fahnenjunker, also Offiziersanwärter aus. Einer der es noch zu etwas bringen musste im Regime. Oder wollte.

 

Leo schrie verzweifelt: Das ist Verrat an unserem Volk. Wenn Wolff es wirklich wagt, mit dem Feind die Kapitulation einer Million Deutscher zu verabreden.

 

Der Freiherr im Rang des Obersturmbannführers der SS bemerkte: Eine Audienz beim Papst im April sei ihm zur Erkenntnis geworden.

 

Einer, den sie Heinrich nannten, warf ein:

 

Seit dem 20. Juli genügt der Gestapo schon der leiseste Verdacht, um einen in die Verhörzellen der Prinz-Albrecht-Straße zu werfen.

 

Leo argumentierte immer verzweifelter: Ja wenn schon Generäle der Waffen SS Verhandlungen mit den Engländern führen.

 

Der Freiherr blickte Leo ernst an: Zu wem hältst Du … und was sagt Deine Schwester … glaubst Du an einen Endsieg … an ein Deutsches Reich, das uns heilig sein kann … unter Hitler?

 

 

 

Klitschnass wachte ich auf. Texte aus Höhnes Buch Der Orden unter dem Totenkopf, die Bilder meiner Mutter aus den 40er Jahren in Berlin und manches mehr aus Hörensagen und Gelesenem tanzten in einem wilden Reigen durch meinen Kopf, klatschten sich ab und mischten sich in einem Schlamm von Vermutungen, Befürchtungen. Ich musste die verlorene Wahrheit finden. Klare Sicht auf die Dinge gewinnen.

 

Ich lud mein Notebook hoch, öffnete das Mailprogramm. Sollte ich eine Ausrede finden, dass ich einen anderen wichtigen Termin hätte, sollte ich zusagen, um meine Neugier zu befriedigen. Wenn Gott mir jetzt doch Kraft gäbe für die richtige Entscheidung. Oder wenigsten ein Zeichen.

 

Ich blickte aus dem Küchenfenster in das Grau des Morgens. Eine Taube saß am Fenstersims. Ich klopfte an die Scheibe. Sie sah mich an, zog den Kopf zurück, blieb sitzen. Nein, ich musste fahren. Die Versuchung war zu groß.

 

So beantwortete ich Gerts Mail, bestätigte das Treffen in der Heerstraße.

 

 

 

Da die Überlebenden der Familie ihres Hab und Gutes enteignet waren, wurde die Villa in Berlin vor etwa 60 Jahren von einer Institution gekauft, die jetzt unter ihrer Homepage zu öffentlichen Veranstaltungen einlud und dort stolz Bilder des frisch renovierten Hauses zeigte. Es stand in einer kleinen Parkanlage. Im ersten Stock waren auf beiden Seiten Balkone, wie bei herrschaftlichen Anwesen üblich. Die Raumhöhen in Erd- und Obergeschoss waren wohl bald vier Meter. Darüber in Mansardenbauweise ein ebenso großzügig gestaltetes Dachgeschoss, heute sicher nicht mehr als Unterkunft für Diener und Hausmädchen genutzt.

 

Ich war neugierig, das Gebäude im Inneren zu sehen und vor allem, Gert persönlich kennenzulernen.

 

Wir hatten 15:00 Uhr als Termin für unser Treffen vereinbart. Ich ließ mich vom Taxifahrer um 14:45 Uhr vor dem Haus absetzen, um mich in Ruhe zu orientieren. Während der Anreise drängten sich all die Gedanken der letzten Wochen in meinen Kopf. War es vernünftig, hierher zu kommen? Was nützte uns das persönliche Kennenlernen? Wozu das Haus besichtigen? Die Gestapo hatte es 1945 konfisziert. Wäre es im ursprünglichen Besitz geblieben, wäre die Welt heute besser? Was ging mich die ganze Sippschaft an. Da kam es wieder, das schlechte Gewissen, die Angst. Aber ich war doch außen vor!

 

Ich blickte auf meine Uhr, zwanzig Minuten nach Drei. An der Empfangstheke in der Eingangshalle im Erdgeschoß fragte ich nach einem Besucher im Rollstuhl, nannte meinen Namen.

 

„Der Herr ist schon ins Archiv hochgefahren!“

 

Ich muss dumm dreingesehen haben. Die streng blickende Dame ergänzte: „Aufzug zweiter Stock, dort vorne rechts!“

 

Ich bedankte mich artig und ging, wohin mir gewiesen wurde. Der Aufzug entließ mich in ein luftiges Treppenhaus mit einer Wendeltreppe aus Stein. Gegenüber dem Aufzug ein bodentiefes, zweiflügeliges Fenster zum Park.

 

Vor dem Fenster saß Gert im Rollstuhl, allein, wie angekündigt, das Gesicht im Schatten. Ob er sich über mein Kommen freute, ob er mir gut gesonnen war, konnte ich nicht erkennen. Ich ging auf ihn zu.

 

„Danke, dass wir uns doch noch persönlich treffen!“

 

Gert wirkte jünger als ich. Seine Kleidung war abgetragen, sein Haar rotbraun, im Licht der sinkenden Nachmittagssonne feurig leuchtend. Mein Haar war seit Jahren grau. Ich musste nicht im Rollstuhl sitzen. Ich hätte mich schlichter kleiden sollen. Ich würde ihn zum Kaffee oder Abendessen einladen.

 

„Schön Sie zu sehen!“

 

Ich hätte mich für den Satz ohrfeigen können. Aber es war raus. Gut, Neugierde kann schön sein. Wenn die Erwartungen erfüllt werden, ist alles gut.

 

„Man hat hier im Archiv nebenan Zeichnungen und Bilder des Hauses, von früher ... deshalb dachte ich, wir sollten uns hier treffen“, sagte er.

 

„Prima, vielleicht gibt es noch Bilder oder Schriftstücke der Vorbesitzer … Entschuldigung … Ihrer Familie.“

 

„Ja, kommen Sie, sehen Sie den herrlichen Garten dort unten. Als Kinder haben wir täglich da gespielt.“

 

Also ist er ein paar Jahre älter als ich. Ein schwacher, alter Mann im Rollstuhl. Was muss er hier fühlen. Er machte nicht den Eindruck, am Schicksal verzweifelt zu sein. Das Fenster war mannshoch, bodentief, gewährte einen großzügigen Blick hinunter auf eine betonierte Terrasse.

 

„Kommen Sie, ich kann das Fenster schlecht öffnen. Es ist so stickig hier. Wollen Sie bitte das Fenster öffnen!“

 

Mir fiel ein Satz aus meinem Traum vom Treffen der Widerstandsgruppe ein: Die Reise nach Berlin konnte eine Reise in den Tod sein.

 

Ich zögerte. Er drängte: „Bitte … frische Luft!“

 

Dabei griff er sich an den Hals, als müsste er ersticken.

 

Mit einem Dreh riss ich das Fenster auf. Eiskalte Luft schlug mir entgegen.

 

Gert stand aufrecht neben mir, die Linke am Fensterrahmen, seine Rechte fasste meinen Nacken.

 

Ich erschrak, wusste nicht, was tun.

 

Wir kamen ins Taumeln, suchten uns festzuhalten.

 

Gert stieß gegen seinen Rollstuhl, verlor das Gleichgewicht und stürzte über das kniehohe Geländer der geöffneten Flügeltür.

 

Der Aufprall seines Kopfes auf dem Betonboden fast zehn Meter tiefer war hart, unnachgiebig hart.

 

Ich war wie erstarrt. Wollte er mich töten, hatte ich ihn hinabgestoßen? Er lag unten, ohne sich zu rühren.

 

Die Frau vom Empfang stürzte herbei, kniete sich zu ihm. Sie blickte verbittert nach oben, schrie „Mörder! …

 

Sie werden noch für alles büßen!“